Wer in Deutschland Sportwetten anbietet – und warum der Vergleich an der Whitelist beginnt
15 Oktober 2026 – geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand vom 2. Oktober 2026.

Ein Wettanbieter nimmt Einsätze entgegen, bewertet die Wahrscheinlichkeit eines Spielausgangs in einer Quote und zahlt nach Ende des Ereignisses aus – das klingt einfach, und der erste Blick auf die Seite eines Buchmachers bestätigt das. Die Quote ist eine Dezimalzahl mit Komma, der Einsatz ein Betrag in Euro, und am Ende steht ein Gewinn oder ein Verlust. Wer zwei oder drei Anbieter nebeneinanderstellt, sieht schnell, dass die Quoten um ein paar Prozentpunkte auseinanderliegen, dass manche Anbieter einen Bonus auf die erste Einzahlung legen, andere nicht, und dass die Auszahlung mal in Stunden, mal in Tagen ankommt. Auf dieser Ebene lässt sich ein Vergleich führen, und genau das versprechen die meisten Ratgeber.
Dass diese Ebene in Deutschland nicht ausreicht, hat einen Grund: die Sportwetten unterliegen seit Juli 2021 dem neuen Glücksspielstaatsvertrag, und die Aufsicht führt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle an der Saale. Die Behörde führt eine Whitelist – eine öffentliche Liste der Anbieter, denen sie eine Erlaubnis erteilt hat. Wer dort nicht steht, hat in Deutschland keine Erlaubnis, Sportwetten zu vermitteln. Das verändert den Vergleich grundlegend. Er findet nicht mehr zwischen „guten“ und „schlechten“ Anbietern statt, sondern zunächst zwischen Anbietern mit Erlaubnis und solchen ohne. Innerhalb der Whitelist teilen sich die zugelassenen Anbieter eine ganze Reihe von Regeln – das Einzahlungslimit, die Sperrdatei, die eigenen Spielregeln für Livewetten – und können sich dadurch nur noch in den Punkten wirklich unterscheiden, die nicht gesetzlich normiert sind: Quotenniveau, Bonusbedingungen, Zahlungswege, App, Service.
Diese Seite sortiert die Anbieter genau dort ein. Sie beginnt mit den Schutzmechanismen, die für alle Erlaubten Anbieter gleich gelten, arbeitet sich dann zu den Unterschieden vor – Quoten, Boni, Zahlungen, Livewetten, Wettarten – und endet mit einer Einzelbetrachtung der zehn lizenzierten Anbieter, die auf der Whitelist der GGL stehen. Keine dieser Zahlen ist erfunden; jede Lizenz und jedes Datum lässt sich auf der Whitelist oder im Impressum des Anbieters nachprüfen.
Inhaltsverzeichnis
- Spielerschutz: Was bei jedem lizenzierten Anbieter gleich gilt
- Krypto, anonyme Zahlungen und die Frage der Anonymität
- Boni und Gratiswetten: Was die Werbung verschweigt
- Zahlungen und Auszahlungsdauer
- Livewetten und Cash Out
- Statistik, Form und Tipps – oder: warum kein Vergleich Prognosen liefern kann
- Wettarten, Quoten und die Marge, die jeder Anbieter einpreist
- Sportarten, Wettbewerbe und das, was nicht erlaubt ist
- Neue Buchmacher: Wie sich ein junger Anbieter prüfen lässt
- Was ein Buchmacher ist – und wie er arbeitet
- Die zehn lizenzierten Anbieter im Vergleich
- Lizenz, Aufsicht und die Frage der Legalität
- Häufige Fragen
Spielerschutz: Was bei jedem lizenzierten Anbieter gleich gilt
Die Regeln zum Spielerschutz stehen im Glücksspielstaatsvertrag und gelten für jeden Inhaber einer deutschen Erlaubnis. Sie sind kein Unterscheidungsmerkmal – wer in Deutschland legal wettet, bekommt sie alle.

Volljährigkeit und ein Konto pro Anbieter. Mitspielen darf, wer mindestens 18 Jahre alt ist. Jeder Anbieter verlangt eine vollständige Verifizierung: Ausweis, Adresse und Bankverbindung müssen übereinstimmen, bevor Auszahlungen fließen. Bis dahin darf der Anbieter das Spiel für höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € erlauben – ein Notbetrieb für Neukunden, der das volle Angebot noch nicht freischaltet.
Das monatliche Einzahlungslimit. Standard sind 1.000 € pro Kalendermonat, gemessen über alle Anbieter hinweg. Das Limit wird technisch über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Wer nachweisen kann, dass er wirtschaftlich in der Lage ist, mehr auszugeben, kann vom Anbieter ein höheres Limit erhalten – bis zu 10.000 € oder sogar bis zu 30.000 €, wobei die letzte Stufe auf höchstens ein Prozent der aktiven Spielenden eines Anbieters beschränkt ist. Eine Selbsterklärung reicht dafür nicht. Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen.
OASIS – die Sperrdatei. Jeder Anbieter prüft bei Registrierung und bei jeder Anmeldung, ob der Spielende in der zentralen Sperrdatei OASIS steht. Wer dort eingetragen ist, darf nicht spielen. Die Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Eine externe Sperre, ausgesprochen von einer Behörde, kann bis zur lebenslangen Sperre reichen.
Der Panikknopf. Jede Plattform bietet eine Schaltfläche, die sofort eine 24-Stunden-Sperre auslöst. Sie ist gedacht für den Moment, in dem das eigene Spielverhalten kippt; sie lässt sich nicht zurücknehmen, bevor die 24 Stunden vorbei sind.
Parallelspiel. Es ist verboten, gleichzeitig bei mehreren Anbietern aktiv zu wetten. Auch das wird über LUGAS kontrolliert.
Diese Regeln haben eine einfache Konsequenz für den Vergleich: Anbieter, die auf der Whitelist stehen, lassen sich in puncto Spielerschutz nicht unterscheiden – sie müssen alle gleich handeln. Wer einem Anbieter einen „besseren Spielerschutz“ als einem anderen zuschreibt, beschreibt eine Marketingaussage, keine Realität. Die echten Unterschiede liegen woanders.
Krypto, anonyme Zahlungen und die Frage der Anonymität
Wer mit Bitcoin, Ethereum oder anderen Kryptowährungen einzahlt, möchte anonym bleiben. In Deutschland geht das bei lizenzierten Anbietern nicht. § 6b Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags erlaubt ausschließlich Zahlungen von einem Konto, das auf den eigenen Namen bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut läuft. Kryptowährungen, anonyme Prepaid-Karten und Bargeldtransfer fallen durch dieses Raster. Wer einen Anbieter sucht, der Bitcoin akzeptiert, findet in der Regel keinen, der auf der Whitelist geführt wird – und wer einen findet, der es behauptet, sollte prüfen, ob die Erlaubnis tatsächlich besteht.

Das hat zwei Seiten. Auf der einen Seite schließt die Regel Kunden aus, die aus Prinzip anonym bleiben wollen. Auf der anderen Seite schließt sie genau die Zahlungswege aus, die in der Vergangenheit für Geldwäsche und die Umgehung von Limits benutzt wurden. Die Pflicht, auf den eigenen Namen zu zahlen, ist die Voraussetzung dafür, dass OASIS greift und dass Auszahlungen tatsächlich beim richtigen Empfänger landen.
Für den Vergleich bedeutet das: Jeder Anbieter auf der Whitelist akzeptiert Banküberweisung, und die meisten akzeptieren daneben die in Deutschland üblichen Zahlungsmethoden – Kreditkarte, PayPal, Trustly, Klarna, Paysafecard, manchmal Skrill. Welche Methoden ein Anbieter konkret anbietet, steht in seinen Zahlungsbedingungen; eine eigene Spalte in einer Vergleichstabelle lohnt nur, wenn die Unterschiede tatsächlich sichtbar sind. Im Zweifel prüft der Leser die Kasse des Anbieters, bevor er einzahlt – Zahlungsmethoden ändern sich, und kein Vergleich kann aktueller sein als die Seite, die der Anbieter selbst betreibt.
Boni und Gratiswetten: Was die Werbung verschweigt
Jeder Wettanbieter wirbt mit einem Neukundenbonus, einer Gratiswette oder einer Quote, die „boosted“ ist. Keine dieser Werbeformen ist ohne Bedingungen, und die Bedingungen fallen sehr unterschiedlich aus.
Was ein Bonus ist. Ein Bonus ist ein zusätzliches Guthaben, das der Anbieter dem neuen Kunden auf die erste Einzahlung legt – häufig 100 %, also Verdoppelung der Einzahlung bis zu einem Höchstbetrag. Das Guthaben lässt sich nicht auszahlen, bevor es umgesetzt worden ist. „Umsetzen“ heißt: Eine bestimmte Summe an Wetten platzieren, typischerweise das Fünf- bis Siebenfache des Bonus. Wetten zählen dabei nur, wenn ihre Quote über einer Mindestquote liegt – meist 1,50 oder 2,00. Bonusbedingungen sind die häufigste Stelle, an der ein Leser Geld verliert, ohne es zu merken.
Was eine Gratiswette ist. Eine Gratiswette, oft „Freebet“ genannt, ist ein Gutschein für einen Einsatz, dessen Wert der Anbieter vorgibt – 5 €, 10 €, 20 €. Gewinnt die Wette, bekommt der Spieler den Reingewinn ausgezahlt; den Einsatz der Gratiswette selbst bekommt er nicht zurück. Das ist der entscheidende Unterschied zu einer normalen Wette: Bei einer Gratiswette im Wert von 10 € zu Quote 3,00 sind es nicht 30 € Auszahlung, sondern 20 € Reingewinn. Die Werbung spricht gern von „risikofrei“; das ist nur die halbe Wahrheit. Der Einsatz ist das Risiko des Anbieters, nicht das des Spielers – aber den Einsatz zurückzubekommen wäre der Auszahlung des eigenen Wetteinsatzes gleichgekommen, und genau das fehlt.
Was eine „boosted Quote“ ist. Eine erhöhte Quote auf ein bestimmtes Ereignis ist eine Werbeaktion, kein Geschenk. Die Erhöhung wird bezahlt, indem der Anbieter seine Marge an dieser einen Quote senkt oder sogar eine negative Marge akzeptiert. In aller Regel gelten Auszahlungslimits, und die Wette zählt nicht für Bonusumsätze.
Was Akkumulatorsversicherung ist. Bei einer Kombiwette, die durch ein falsches Ergebnis verliert, erstattet der Anbieter den Einsatz als Gratiswette – nicht als Bargeld. Auch hier ist der Einsatz futsch, wenn die nächste Gratiswette verliert.
Die wichtigste Kennzahl ist nicht die Höhe des Bonus, sondern das Verhältnis von Bonussumme zu erforderlichem Umsatz. Wer 100 € Bonus erhält und 700 € umsetzen muss, gibt im Schnitt mehr Geld aus, um den Bonus freizuspielen, als er an Bonus bekommt – vorausgesetzt, die Wetten verlieren im statistischen Mittel nicht mehr als die Marge des Anbieters ihm erlaubt. Genau das steht in den Bonusbedingungen, und genau das liest die Mehrheit der Spieler nicht.
Für den Vergleich bedeutet das: Die Spalte „Bonus“ in einer Vergleichstabelle ist ohne die Spalte „Umsatzbedingungen“ wertlos, und die Spalte „Umsatzbedingungen“ ist ohne die konkrete Mindestquote und den Zeitraum, in dem umgesetzt werden muss, irreführend. Wer den Vergleich seriös treibt, liest die Bonusbedingungen, bevor er einen Bonus annimmt – oder er verzichtet und zahlt ohne Bonus ein, was bei vielen Anbietern möglich ist.
Zahlungen und Auszahlungsdauer
Die Auszahlungsdauer ist eines der wenigen Themen, bei denen ein Anbieter sich tatsächlich von anderen unterscheiden kann – wobei die Bandbreite kleiner ist, als die Werbung suggeriert.
Einzahlung. Eine Einzahlung auf das Wettkonto ist in der Regel sofort gutgeschrieben. Ausnahmen sind Banküberweisungen, die ein bis zwei Bankarbeitstage brauchen, und manche Paysafecard-Varianten, die einen zusätzlichen Validierungsschritt erfordern. PayPal, Trustly, Klarna, Kreditkarte und die meisten E-Wallets schreiben sofort gut.
Auszahlung. Bei einer Auszahlung auf das Bankkonto arbeiten die meisten Anbieter mit ein bis drei Bankarbeitstagen Bearbeitungszeit – manche schneller, manche langsamer. E-Wallets sind oft innerhalb von 24 Stunden da, PayPal in der Regel am gleichen oder am Folgetag. Die schnellsten Anbieter behaupten „Auszahlung in wenigen Stunden“; ob das hält, hängt davon ab, ob der Anbieter die Auszahlung außerhalb der Geschäftszeiten automatisiert und ob die Verifizierung bereits abgeschlossen ist.
Das Limit pro Auszahlung. Viele Anbieter begrenzen den Betrag, der pro Auszahlung oder pro Tag ausgezahlt werden kann – typisch sind 5.000 € bis 50.000 €. Wer höhere Beträge auszahlt, muss die Auszahlung staffeln.
Die Pflicht zur Auszahlung auf das eigene Konto. Die Auszahlung muss auf das Konto erfolgen, von dem eingezahlt wurde – oder auf ein anderes Konto, das auf den Namen des Spielenden läuft. Das ist nicht der Anbieter, der das entscheidet; das ist die Pflicht aus dem Geldwäschegesetz. Wer mit PayPal einzahlt und sich das Geld auf das Bankkonto auszahlen lassen will, muss in der Regel zuerst eine Auszahlung auf PayPal vornehmen.
Keine Gebühren. Lizenzierte Anbieter dürfen keine Gebühren auf Ein- oder Auszahlungen erheben – das ist im Glücksspielstaatsvertrag so vorgesehen. Versteckte Gebühren über den Wechselkurs sind möglich, wenn in einer Fremdwährung eingezahlt wird; bei Euro-Einzahlungen ist das ausgeschlossen.
Livewetten und Cash Out
Livewetten sind Wetten, die während eines laufenden Ereignisses platziert werden. Der Anbieter aktualisiert die Quoten mit jedem neuen Spielstand – beim Fußball nach jedem Tor, beim Tennis nach jedem Punkt. Was in Deutschland erlaubt ist, hat der Gesetzgeber enger gezogen, als es technisch möglich wäre.
Nur Endergebnis und seltene Ereignisse. § 21 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags erlaubt Livewetten nur auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse im Spielverlauf – das nächste Tor beim Fußball, das nächste Set beim Tennis, eine bestimmte Spielphase beim Basketball. Wetten auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball sind nicht erlaubt. Wer einen Anbieter sucht, der in der 85. Minute noch Wetten auf den nächsten Ballwechsel anbietet, sucht außerhalb der Whitelist.
Wettverbot während laufender Übertragung. Werbebeschränkungen gelten auch für Livewetten: Während ein Ereignis live im Fernsehen übertragen wird, darf der Anbieter für dieses Ereignis keine Werbung machen. Das gilt nicht für die Plattform selbst, sondern für TV- und Streamingwerbung.
Cash Out. Cash Out ist die Möglichkeit, eine laufende Wette vorzeitig zu beenden und sich einen Teil des Gewinns auszahlen zu lassen. Es ist eine freiwillige Funktion des Anbieters, keine gesetzliche Vorgabe. Cash Out ist am profitabelsten für den Anbieter: Der Spieler bekommt in der Regel weniger, als die Wette zu diesem Zeitpunkt wert wäre, weil der Anbieter eine zusätzliche Marge einpreist. Wer Cash Out nutzt, akzeptiert diese Marge. Wer eine Wette laufen lässt und auf den regulären Ausgang wartet, bekommt – statistisch – mehr für seinen Einsatz.
Für den Vergleich bedeutet das: Anbieter unterscheiden sich darin, wie viele Live-Ereignisse sie anbieten, wie schnell sie die Quoten anpassen, ob sie Cash Out für einzelne Wetten oder Kombiwetten anbieten und wie hoch der Cash-Out-Wert im Verhältnis zum regulären Wert ist. Konkrete Werte sind Momentaufnahmen; ein Anbieter, der heute schnell aktualisiert, kann morgen langsamer sein. Wer Livewetten ernst nimmt, vergleicht nicht die Werbung, sondern das eigene Erlebnis im laufenden Spiel.
Statistik, Form und Tipps – oder: warum kein Vergleich Prognosen liefern kann
Buchmacher veröffentlichen Statistiken, Formkurven und Vergleichstabellen, auf deren Grundlage sich ein Leser sein eigenes Bild machen soll. Vergleichsseiten veröffentlichen dasselbe, und manche bieten zusätzlich „Experten-Tipps“ oder „heiße Spiele“. Beides hilft, das eigene Urteil zu schärfen; beides vorhersagen, welches Spiel wie ausgeht, kann es nicht.
Die Quoten, die ein Anbieter stellt, sind das beste Dokument über die Wahrscheinlichkeit, die der Markt dem Ergebnis zumisst. Wenn drei Anbieter ein Spiel mit Quote 1,80 / 2,00 / 4,50 quotieren, heißt das: Der Markt sieht die Heimmannschaft bei etwa 56 %, das Unentschieden bei etwa 50 % und den Auswärtssieg bei etwa 22 %. Diese Zahlen ergeben in der Summe nicht 100 %, weil der Anbieter in jede Quote eine Marge einbaut. Mehr zu Marge im nächsten Abschnitt.
Statistik und Form sind nützlich, wenn sie die öffentliche Quote in Frage stellen. Wenn ein Tabellenführer auswärts bei einem abstiegsbedrohten Team antritt und die Heimmannschaft plötzlich bei 2,10 steht, obwohl die direkten Vergleiche das nicht hergeben, kann das auf eine Information hindeuten, die der Markt hat und der Leser nicht – eine Verletzung, ein Motivationsproblem, eine Sperre. Es kann aber auch heißen, dass der Anbieter seine Marge bei einem Spiel, das wenig Aufmerksamkeit bekommt, bewusst hoch ansetzt, um das Risiko zu begrenzen. Welche Erklärung zutrifft, weiß am Ende das Spiel selbst.
Vergleichsseiten, die feste Tipps veröffentlichen, sind keine Prognoseanbieter – sie sind Werbung. Sie wählen aus, welche Tipps sie zeigen, und sie zeigen nur die, die in der Vergangenheit gelegen haben. Niemand weiß, wie ein Spiel ausgeht, und kein System kann diese Information ersetzen. Das ist keine Skepsis, das ist die Mathematik.
Wettarten, Quoten und die Marge, die jeder Anbieter einpreist
Eine Einzelwette ist die einfachste Form: Man wettet auf ein einzelnes Ereignis, und die Quote bestimmt, was im Gewinnfall ausgezahlt wird. Eine Kombiwette kombiniert mehrere Einzelwetten zu einer Wette; die Quoten werden multipliziert, und alle Ereignisse müssen eintreten, damit die Wette gewinnt. Eine Systemwette – etwa Heinz, Super Heinz oder Goliath – kombiniert mehrere Wetten so, dass nicht alle Ereignisse eintreffen müssen, damit ein Teil der Wette gewinnt. Der Preis ist eine niedrigere Auszahlung pro Variante.
Was den Anbieter von einem neutralen Beobachter unterscheidet, ist die Marge. Sie ist der Anteil am Einsatz, den der Anbieter im statistischen Mittel behält – das Gegenstück zur Auszahlungsquote. Eine Auszahlungsquote von 95 % entspricht einer Marge von 5 %.
Berechnen lässt sich beides aus den Quoten eines Marktes. Für einen Zweiwege-Markt mit zwei Quoten q₁ und q₂ gilt:
Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/q₁ + 1/q₂)
Für ein fiktives Beispiel mit zwei Quoten von jeweils 1,90 ergibt sich:
Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,526 + 0,526) = 1 ÷ 1,053 ≈ 0,950
Die Auszahlungsquote liegt damit bei etwa 95 %, die Marge bei etwa 5 %. Bei drei Wegen – Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg – addiert sich der dritte Term, und die Marge fällt tendenziell höher aus, weil der Anbieter in einer weniger wahrscheinlich eintreffenden Wette mehr Risiko absichert. Eine Auszahlungsquote von 94 % bis 96 % ist für Hauptmärkte großer Sportarten üblich; in Nischenmärkten oder Livewetten kann sie unter 90 % fallen. Wer den Anbieter mit der niedrigsten Marge sucht, vergleicht für dieselbe Sportart, denselben Markt und denselben Zeitpunkt – die Margen schwanken sich je nach Popularität des Ereignisses.
Die Marge ist der Grund, warum die Quote nie ganz fair ist. Eine faire Wette auf ein Ereignis, das mit 50 % Wahrscheinlichkeit eintritt, hätte Quote 2,00. Hat ein Anbieter 1,90 im Angebot, behält er 5 % der Einsätze. Auf Dauer verliert der Spieler 5 Cent pro eingesetztem Euro – und das ist der Preis, den er für die Möglichkeit zahlt, überhaupt zu wetten.
Sportarten, Wettbewerbe und das, was nicht erlaubt ist
Lizenzierte Anbieter decken in Deutschland ein breites Spektrum an Sportarten ab: Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, American Football, Baseball, Darts, Boxen, MMA, Snooker, Formel 1, Radsport, Golf, Rugby League und Rugby Union. Hinzu kommen Randsportarten wie Tischtennis, Volleyball, Wasserball, Cricket, Badminton, Aussie Rules und Bandy. Welche Wettbewerbe ein Anbieter im Programm hat, hängt von seinem Angebot ab – die Bundesliga und die Champions League decken alle ab, die dritte spanische Liga nicht jeder.
Fußball. Bundesliga und 2. Bundesliga sind Standard. Champions League, Europa League und Conference League gehören zum Pflichtprogramm. Die Premier League, La Liga, Serie A und Ligue 1 sind bei den meisten Anbietern vollständig vertreten. Bei Ligen unterhalb der dritten Liga wird es dünner: Spiele aus der Regionalliga oder aus Amateurligen bieten manche Anbieter gar nicht an, weil das GGL-Regelwerk Wetten auf überwiegend minderjährige oder amateurhafte Veranstaltungen ausschließt.
Tennis. Grand Slams, ATP und WTA, ITF-Turniere und die Challenger-Tour. Hier sind die Märkte weniger breit, dafür aber tiefer: pro Match Dutzende Wettmöglichkeiten.
Darts. PDC und BDO, inklusive Weltmeisterschaften und World Matchplay. Darts ist ein deutscher Markt, in dem jeder Anbieter mitmischen will.
American Football. NFL als Hauptmarkt, College Football als Nebenschauplatz. Quoten auf einzelne Spielzüge sind in Deutschland nicht erlaubt; nur Ergebniswetten und wenige Sonderwetten bleiben übrig.
Esports. Wer in Deutschland legal auf League of Legends, Counter-Strike oder Dota 2 wetten will, hat keine Möglichkeit. Die GGL hat esports bisher nicht als Sportart im Sinne des Glücksspielstaatsvertrags anerkannt – eine Lücke im Markt, die viele Anbieter füllen würden, wenn sie dürften.
Virtuelle Sportarten. Die Rechtslage ist nicht abschließend geklärt. Manche Anbieter bieten virtuelle Pferderennen oder virtuelle Fußballspiele an, andere nicht. Wer darauf wetten will, prüft im Angebot des Anbieters und liest die Spielregeln.
Politische und gesellschaftliche Ereignisse. Wetten auf Wahlen, Reality-TV-Shows oder Wetter sind in Deutschland nicht erlaubt.
Für den Vergleich bedeutet das: Wer auf eine bestimmte Sportart setzt, prüft zuerst, ob der Anbieter sie überhaupt im Programm hat, dann, wie tief die Märkte sind, dann, wie hoch die Quoten im Vergleich zu anderen Anbietern liegen. Eine Spalte „Anzahl Sportarten“ in einer Vergleichstabelle ist wenig aussagekräftig – entscheidend ist, ob die Sportarten, die der Leser spielt, abgedeckt sind.
Neue Buchmacher: Wie sich ein junger Anbieter prüfen lässt
Neue Anbieter tauchen regelmäßig auf. Manche kommen mit einer internationalen Marke nach Deutschland, manche sind Start-ups mit deutschem Hintergrund, manche sind alte Bekannte unter neuem Namen. Wer einem neuen Anbieter sein Geld anvertrauen will, kann drei Dinge prüfen, bevor er einzahlt.
Eintrag auf der Whitelist. Die Whitelist der GGL ist öffentlich. Steht der Anbieter dort mit seiner .de-Domain, hat er eine Erlaubnis. Steht er dort nicht, ist sein Angebot in Deutschland unerlaubt. Die Whitelist ist das einzige Dokument, das diese Frage rechtssicher beantwortet.
Hintergründe des Betreibers. Die Whitelist nennt auch den Inhaber der Erlaubnis – typischerweise eine Limited auf Malta, in Gibraltar oder auf den Zypern. Diese Information hilft beim Blick in die Konzernstruktur. Wer den Anbieter betreibt, welche weiteren Marken dazugehören, ob der Betreiber in anderen Jurisdiktionen eine Erlaubnis hat – all das lässt sich auf der Seite der Whitelist nachlesen oder über die Impressumsangabe des Anbieters recherchieren.
Bedingungen. Die Bonusbedingungen, die Auszahlungsmodalitäten und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen verraten mehr über einen neuen Anbieter als jeder Werbetext. Sind die Bonusbedingungen unklar? Ist die Auszahlungsdauer nicht genannt? Ist die Verifizierung an zusätzliche Bedingungen geknüpft, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehen? Wer hier schwammig bleibt, ist mit Vorsicht zu genießen.
Ein neuer Anbieter ist nicht per se schlechter als ein etablierter – manche neue Marken bringen frische Ideen mit, schnellere Apps, schlankere Kassen. Wer wechselt, sollte aber den Wechsel als das sehen, was er ist: den Abschied von eingebestener Off bei einem Anbieter, der den Leser kennt, hin zu einem Anbieter, der den Leser noch nicht kennt und Zeit braucht, um Vertrauen aufzubauen.
Was ein Buchmacher ist – und wie er arbeitet
Ein Buchmacher – im juristischen Sinne des § 2 RennwLottG ein Veranstalter von Pferdewetten – hat im alltäglichen Sprachgebrauch eine breitere Bedeutung: Jeder Anbieter, der Wetten auf Sportereignisse entgegennimmt, ist ein Buchmacher. Die Wortbedeutung kommt aus dem Englischen: „bookmaker“ ist jemand, der ein Buch führt, also eine Liste der Wetten und Einsätze.
Die Arbeit eines Buchmachers besteht aus drei Schritten. Erstens bewertet er die Wahrscheinlichkeit der möglichen Ausgänge eines Ereignisses – Fußballspiel, Tennismatch, Footballspiel. Aus dieser Wahrscheinlichkeit ergibt sich eine faire Quote: Bei 50 % Wahrscheinlichkeit wäre die faire Quote 2,00, bei 33 % 3,00 und so weiter. Zweitens baut er eine Marge ein, die auf jeden Markt angewendet wird – typisch 5 % bis 8 % bei Hauptmärkten. Drittens nimmt er Wetten entgegen, hält die Quoten während des Spiels aktuell und zahlt am Ende aus, wenn die Wette gewonnen hat.
Was der Buchmacher verkauft, ist nicht Information, sondern Risiko. Er sichert sich gegen einseitige Wetten ab, indem er Quoten anpasst: Wenn auf einen Heimsieg plötzlich mehr Geld gesetzt wird, als die faire Quote hergibt, senkt er die Quote auf den Heimsieg und hebt die Quote auf den Auswärtssieg, um das Buch auszugleichen. Das ist der Grund, warum sich Quoten bewegen, auch wenn sich am Spiel selbst nichts geändert hat.
Für den Leser heißt das: Der Buchmacher ist kein neutraler Beobachter und kein Partner. Er ist die Gegenpartei der Wette. Was er gewinnt, verliert der Spieler im statistischen Mittel – das ist die Marge. Was er verliert, gewinnt der Spieler – das ist der Ausreißer nach oben, der bei wenigen Wetten passiert, aber umso seltener, je mehr Wetten der Spieler platziert.
Die zehn lizenzierten Anbieter im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt die zehn Anbieter, die auf der Whitelist der GGL mit einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden, mit dem Inhaber der Erlaubnis und dem Datum der ersten Erlaubnis. Das Datum ist das Datum der erstmaligen Aufnahme in die Whitelist; eine Folgenglaubnis verlängert die ursprüngliche Erlaubnis, ohne dass die Whitelist ein Enddatum nennt.
| Anbieter | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited, Malta | 09.10.2020 |
| Tipico | Tipico Co. Limited, Malta | 09.10.2020 |
| ODDSET | ODDSET Sportwetten GmbH, Deutschland | 18.11.2020 |
| Tiptorro | Torro Tec Limited, Malta | 30.06.2021 |
| sitrein Bet | DZBT Operations Limited, Malta | 22.08.2023 |
| VBet | SCGO Limited, Malta | 05.12.2023 |
| MERKUR BETS | Merkur Bets Malta Limited, Malta | 06.11.2023 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited, Malta | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | NetX Betting Limited, Malta | 19.11.2020 |
| Bet3000 | I.B.C. Sportsbetting Limited, Malta | 22.04.2026 |
Diese Tabelle sortiert nach dem Datum der ersten Erlaubnis – nicht nach Qualität. Sie zeigt, welche Marken schon länger auf dem deutschen Markt sind und welche erst jünger sind. Die ältesten Erlaubnisse datieren auf Oktober und November 2020, als die ersten Lizenzen nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 vergeben wurden. Bet3000 ist der jüngste Eintrag mit einer Erlaubnis vom 22. April 2026.
AdmiralBet
AdmiralBet wird in Deutschland von der Greentube Betting Malta Limited betrieben, einer Tochtergesellschaft des österreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic. Die Erlaubnis datiert auf den 09. Oktober 2020, eine Folgenglaubnis wurde am 13. Dezember 2022 erteilt, eine weitere am 29. Juli 2024. Die Marke ist in Deutschland über die Domain Admiralbet.de erreichbar; daneben existiert eine separate Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de seit dem 28. September 2022.
AdmiralBet gehört zu den Anbietern, die das Online-Angebot mit dem stationären Vertrieb der Novomatic-Sportwetten-Shops verbinden. Das Programm ist breit, mit Fokus auf Fußball, Tennis und Eishockey. Die Quoten liegen im Mittelfeld; spezifische Margen für einzelne Märkte sind nicht öffentlich dokumentiert und müssen im laufenden Betrieb geprüft werden. Für wen der Anbieter sich eignet: Leser, die eine etablierte Marke mit österreichischer Konzernmutter suchen und das Hauptaugenmerk auf Fußball und Tennis legen.
Tipico
Tipico gehört zu den bekanntesten Wettmarken im deutschsprachigen Raum. Die Tipico Co. Limited hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik, Mladen Pavlovic und dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Die deutsche Erlaubnis datiert auf den 09. Oktober 2020, eine Folgenglaubnis wurde am 09. Dezember 2022 erteilt.
Tipico ist vor allem für seine stationäre Präsenz in Deutschland bekannt – die Wettshops sind in vielen Innenstädten sichtbar. Online bietet die Marke ein vollständiges Programm mit den üblichen Sportarten und einer App, die als eine der ausgereiftesten im deutschen Markt gilt. Die Quoten bewegen sich im Mittelfeld; bei populären Spielen ist der Anbieter oft wettbewerbsfähig, bei Nischenmärkten weniger. Für wen Tipico sich eignet: Leser, die auf eine bekannte Marke mit stationärer Präsenz Wert legen und nicht zwingend die höchsten Quoten suchen.
Über Tipico läuft ein laufendes Verfahren vor dem Bundesgerichtshof und dem Europäischen Gerichtshof: Ein Kläger fordert mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück, weil die Wetten zu einer Zeit platziert wurden, als Tipico in mehreren Jurisdiktionen keine Erlaubnis hatte. Der BGH hat die Frage am 25. Juli 2024 dem EuGH vorgelegt; der Generalanwalt hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) die Möglichkeit gesehen, dass Anbieter ohne Lizenz zur Rückzahlung verpflichtet werden können. Das Urteil steht aus; eine Rückzahlung an einzelne Spieler ist damit nicht zugesichert.
ODDSET
ODDSET ist die Sportwettenmarke des Deutschen Lotto- und Totoblocks. Die ODDSET Sportwetten GmbH wird vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 beaufsichtigt; Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle an der Saale, Hansering 15, 06108 Halle. Die Erlaubnis gilt für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb.
Die Marke ist in Deutschland stark mit dem Begriff der Sportwette verbunden, weil sie über die Annahmestellen der Landeslotterien vertrieben wird. Das Online-Angebot ist im Vergleich zu reinen Online-Marken schlanker; die Stärke liegt in der Verzahnung mit dem stationären Vertrieb. Für wen ODDSET sich eignet: Leser, die ohnehin Lotto spielen und ihre Sportwette über dieselbe Annahmestelle abgeben wollen.
Tiptorro
Tiptorro wird in Deutschland von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta betrieben. Die Erlaubnis wurde am 30. Juni 2021 erteilt, eine Folgenglaubnis am 27. Dezember 2022. Hinter der Marke steht Tipico – Tiptorro ist die zweite Marke des Unternehmens in Deutschland und richtet sich an ein etwas anderes Publikum als Tipico selbst.
Die App wird im App Store unter dem Namen „Tiptorro“ angeboten; sie beschreibt sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL. Das Programm deckt die üblichen Sportarten ab; konkrete Quotenvergleiche und Margen für einzelne Märkte sind nicht öffentlich dokumentiert. Für wen Tiptorro sich eignet: Leser, die eine zweite Marke innerhalb der Tipico-Gruppe suchen und das Angebot parallel nutzen wollen.
DAZN Bet
DAZN Bet gehört zum Sportstreaming-Anbieter DAZN und wird in Deutschland von der DZBT Operations Limited mit Sitz in Zebbug auf Malta betrieben. Die Erlaubnis datiert auf den 22. August 2023. Neben der Sportwetten-Erlaubnis ist auf der Whitelist eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele mit Erstdatum 24. Juni 2025 verzeichnet.
Die Besonderheit von DAZN Bet ist die Verzahnung mit dem DAZN-Streaming-Angebot: Wer DAZN abonniert hat, kann über die Wettplattform direkt auf die Spiele setzen, die er im Stream sieht. Das Programm ist breit; die Quoten sind im Wettbewerb üblich. Für wen DAZN Bet sich eignet: Leser, die ohnehin DAZN nutzen und ihre Wette direkt aus dem Stream heraus platzieren wollen.
VBet
VBet wird in Deutschland von der SCGO Limited betrieben, mit Sitz im Luxe Pavilion in Portomaso, St. Julian’s auf Malta. Die Erlaubnis datiert auf den 05. Dezember 2023. Daneben ist die SCGO Limited auf der Whitelist auch mit der Domain maxi333.de für virtuelle Automatenspiele vertreten, mit Erstdatum 21. Juni 2024.
VBet ist international stärker vertreten als in Deutschland. Die deutsche Plattform deckt die üblichen Sportarten ab; die Stärke liegt in Märkten, die im Mainstream weniger Beachtung finden, etwa eSports-nahe Ligen oder regionale Fußballwettbewerbe – wobei das eSports-Angebot in Deutschland durch die GGL-Regelung begrenzt ist. Für wen VBet sich eignet: Leser, die ein breiteres Programm abseits der Bundesliga suchen und mit einer kleineren Marke liebäugeln.
MERKUR BETS
MERKUR BETS gehört zur Gauselmann-Gruppe, einem deutschen Familienunternehmen aus dem Bereich Spielautomaten und Geldspielgeräte. Die Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in St. Julian’s betreibt die deutsche Domain merkur.bets.de; die Erlaubnis datiert auf den 06. November 2023. Daneben ist die Merkur Bets Malta Limited auf der Whitelist auch für die Domains merkur-sports.de und xtip.de geführt (Erstdatum 09. Oktober 2020, Folgenglaubnis 22. Dezember 2022) sowie für merkur-slots.de (Sportwetten ab 06. November 2023).
Die Marke profitiert von der Bekanntheit der Gauselmann-Gruppe in Deutschland. Das Programm deckt die üblichen Sportarten ab. MERKUR BETS eignet sich für Leser, die einen Anbieter mit deutschem Hintergrund bevorzugen und die lokale Verankerung durch die bekannten Spielstätten schätzen.
Sportingbet
Sportingbet wird in Deutschland von der Sportingbet (Deutschland) Limited betrieben. Die Erlaubnis für Sportwetten datiert auf den 21. Dezember 2022, die für virtuelle Automatenspiele auf den 15. November 2022. Die Marke gehört zur Entain-Gruppe, einem der größten Glücksspielkonzerne weltweit.
Sportingbet ist international etabliert; die deutsche Plattform bietet ein vollständiges Programm mit den üblichen Sportarten. Die Quoten liegen im Mittelfeld; bei britischen und internationalen Wettbewerben ist die Marke traditionell stark. Diese Ausrichtung macht Sportingbet besonders interessant für Wettfreunde, die eine international erfahrene Plattform mit Fokus auf britisches Sportgeschehen bevorzugen.
Sportwetten.de
Sportwetten.de wird in Deutschland von der NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara auf Malta betrieben. Die Erlaubnis datiert auf den 19. November 2020, eine Folgenglaubnis wurde am 16. Dezember 2022 erteilt.
Der Anbieter positioniert sich als eine der Plattformen, die das gesamte Sportwetten-Angebot unter einer .de-Domain bündeln. Das Programm ist vollständig und solide aufgestellt. Sportwetten.de richtet sich an Wettfreunde, die Wert auf einen unaufgeregten, zuverlässigen Anbieter legen, bei dem die Vollständigkeit des Angebots gegenüber einer starken Markeninszenierung im Vordergrund steht.
Bet3000
Bet3000 gehört zur I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta. Die Erlaubnis datiert auf den 22. April 2026 – das jüngste Erstdatum der zehn Anbieter in dieser Übersicht. Die Marke ist in Deutschland vor allem für ihre stationäre Präsenz und ihre Präsenz in Wettbüros bekannt.
Bet3000 ist der jüngste Eintrag auf der Whitelist. Das Programm ist im Aufbau; konkrete Stärken und Schwächen lassen sich aus den öffentlich zugänglichen Quellen noch nicht abschließend bewerten. Für wen Bet3000 sich eignet: Leser, die einen Anbieter mit frischer deutscher Erlaubnis suchen und bereit sind, das Angebot selbst zu erkunden.
Lizenz, Aufsicht und die Frage der Legalität
Die Aufsicht über Sportwetten in Deutschland liegt seit dem 01. Juli 2021 bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle an der Saale. Sie ist aus den früheren Aufsichtsbehörden der Länder hervorgegangen und führt die zentrale Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags). Sie beaufsichtigt die Anbieter und kann Bußgelder verhängen (§ 28a).
Die Whitelist. Das wichtigste Dokument für jeden Leser ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 des Glücksspielstaatsvertrags. Sie ist öffentlich auf der Webseite der GGL einsehbar und enthält alle Anbieter, denen eine Erlaubnis erteilt wurde. Der Stand vom 02. Oktober 2026 weist 30 Einträge aus, davon 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon auch für Pferdewetten) und drei reine Pferdewetten-Anbieter. Jede eingetragene Domain ist eine .de-Domain; eine .de-Domain allein beweist allerdings noch keine Erlaubnis, weil auch Anbieter ohne Erlaubnis .de-Domains registrieren können.
Erlaubniszeitraum. Eine erste Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1). Die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung, kein Enddatum – eine Folgenglaubnis verlängert die ursprüngliche Erlaubnis, ohne dass die Whitelist einen Endzeitpunkt nennt. Wer ein Enddatum in einer Tabelle sieht, sieht eine Erfindung.
Was die Erlaubnis abdeckt. Die Erlaubnis deckt nur das ab, was auf der Whitelist unter der jeweiligen Domain steht. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist keine Sportwetten-Erlaubnis; eine Pferdewetten-Erlaubnis gilt nicht für Fußball. Wer auf der Domain wetten will, muss prüfen, welche Erlaubnis für genau diese Domain gilt.
Die Steuer. Die Sportwettensteuer ist eine Steuer auf den organisierten Sportwettveranstalter, nicht auf den Spieler. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, was rechnerisch etwa 5,03 % des Einsatzes entspricht. Der Anbieter führt die Steuer ab; ob und wie er sie an den Spieler weitergibt, ist seine Entscheidung. Manche Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab, manche verrechnen sie mit dem Gewinn, manche schlucken sie selbst. Diese Information steht in den Wettregeln des Anbieters; wer sie nicht liest, erfährt sie spätestens auf der Rechnung.
Was Offshore bedeutet. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis – gleichgültig ob mit Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan – sind in Deutschland unerlaubt. Das ist nicht nur eine rechtliche Kategorie: Wer bei einem solchen Anbieter spielt, hat keinen Zugriff auf OASIS oder LUGAS, keine deutsche Aufsicht, keinen deutschen Rechtsweg. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten wie „Platincasino“ gewarnt. Zahlreiche zivilrechtliche Urteile haben Anbieter ohne deutsche Lizenz zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet; ob das in jedem Einzelfall gelingt, hängt von der Durchsetzbarkeit im Ausland ab.
Was Offshore verspricht. Wer Offshore spielt, bekommt im Ausland des Gegenparts, was in Deutschland nicht erlaubt ist: höhere Limits, eSports-Wetten, Livewetten auf den nächsten Punkt im Tennis. Was Offshore nimmt, ist der deutsche Rechtsschutz – und genau dann, wenn er gebraucht wird.
Häufige Fragen
Nach welchen Kriterien lassen sich Buchmacher in Deutschland sinnvoll vergleichen?
Der wichtigste Trenner ist die Lizenz: Nur Anbieter auf der Whitelist der GGL dürfen in Deutschland Sportwetten anbieten. Innerhalb der Whitelist sind Spielerschutz, Einzahlungslimit und Verifizierung gesetzlich gleich vorgegeben und daher kein Unterscheidungsmerkmal. Was bleibt, sind Quotenniveau, Bonusbedingungen, Zahlungswege, Auszahlungsdauer und App-Qualität.
Wie lässt sich auf der GGL-Whitelist prüfen, ob ein Anbieter erlaubt ist?
Die Whitelist steht auf der Webseite der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und nennt für jeden Eintrag die Domain und den Inhaber der Erlaubnis. Wer dort nicht steht, hat in Deutschland keine Erlaubnis – gleichgültig, was die Webseite des Anbieters behauptet. Der aktuelle Stand ist der 02. Oktober 2026.
Was ist die Marge eines Buchmachers, und wie lässt sie sich aus den Quoten eines Spiels berechnen?
Die Marge ist der Anteil am Einsatz, den der Anbieter im statistischen Mittel behält. Für einen Zweiwege-Markt mit den Quoten q₁ und q₂ gilt: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/q₁ + 1/q₂); die Marge ergibt sich aus 100 % minus Auszahlungsquote. Bei zwei Quoten von je 1,90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 %, die Marge bei rund 5 %.
Unterscheiden sich lizenzierte Buchmacher beim gemeinsamen Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat?
Das Standardlimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt für alle Anbieter auf der Whitelist gleichermaßen und wird technisch über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Ein Anbieter kann einem Spieler auf Antrag und gegen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ein höheres Limit einräumen – bis zu 10.000 € oder in seltenen Fällen bis zu 30.000 €. Ohne solchen Antrag gilt für alle das gleiche Limit.
Wie verändert die Sportwettensteuer von 5,3 % den Vergleich zwischen zwei Anbietern?
Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ – rechnerisch etwa 5,03 % des Einsatzes. Sie wird vom Anbieter abgeführt; ob er sie an den Spieler weitergibt, ist seine Entscheidung. Ein Anbieter, der sie schluckt, ist im Vergleich 5 % günstiger als einer, der sie vom Gewinn abzieht – was in den Wettregeln steht, nicht in der Werbung.
Verfasst vom Team von „Wettgutscheininfo”.
