Android Sportwetten 2026: Was die geprüften Anbieter leisten und was sie kosten
15 Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026

Eine Sportwetten-App für Android zu installieren dauert wenige Sekunden; zu erkennen, ob der Anbieter dahinter in Deutschland überhaupt erlaubt ist, dauert länger. Die ehrliche Antwort auf die Frage, welche App „die beste“ ist, hat drei Teile: Eine Play-Store-Auflistung ist keine Genehmigung, nur die Whitelist der GGL weist eine deutsche Erlaubnis nach. Wer per App wettet, nutzt dasselbe Konto, dieselben Limits und dieselben Regeln wie im Browser. Und der Preisrahmen, den der Anbieter nennt, ist nie der, den der Wettende am Ende zahlt, weil Wettsteuer, Einzahlungslimit und Umsatzbedingungen mitreden. Die folgenden Abschnitte ordnen genau das ein.
Inhaltsverzeichnis
- Verantwortungsvolles Wetten unterwegs: Einzahlungslimit, OASIS und Panikbutton
- Bedienung auf dem Touchscreen: Wettschein, Cash-out und Livewetten
- Vergleich der lizenzierten Android-Apps
- Was eine Sportwetten-App auf Android tatsächlich leistet
- AdmiralBet
- Interwetten
- Betway
- MERKUR BETS
- bwin
- Sportwetten.de
- LeoVegas
- 888sport
- bpremium
- NEO.bet
- Rechtslage: Was die deutsche Erlaubnis bedeutet und was nicht
- Häufige Fragen
Verantwortungsvolles Wetten unterwegs: Einzahlungslimit, OASIS und Panikbutton
Wer unterwegs wettet, hat das Smartphone immer in der Nähe, und genau darin liegt das Problem. Dieselbe Verfügbarkeit, die Livewetten auf den nächsten Korb im Basketball erst sinnvoll macht, kennt keine festen Pausen, wenn der Anbieter sie nicht erzwingt.

Das monatliche Einzahlungslimit beträgt nach § 6c Abs. 1 GlüStV 1.000 Euro kalendermonatlich und gilt quer über alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Die Limitdatei LUGAS sorgt dafür, dass die Summe aller Einzahlungen den Betrag nicht überschreitet, auch wenn bei mehreren Anbietern parallel gespielt wird. Ein Anbieter darf die Obergrenze für einzelne Spieler anheben, bis zu 10.000 Euro oder, höchstens für ein Prozent seiner aktiven Spieler, bis zu 30.000 Euro, aber nur gegen nachgewiesene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Senkungen wirken sofort; Erhöhungen erst nach sieben Tagen.
Die Sperrdatei OASIS wird bei Registrierung und Login abgefragt. Eine Sperre, die der Spieler selbst setzt, läuft mindestens drei Monate, wenn ein Zeitraum angegeben wurde, sonst mindestens ein Jahr. Wer parallel bei mehreren Anbietern spielen will, merkt das an § 6h: Die Aktivitätsdatei protokolliert die parallele Nutzung und sperrt Verstöße.
Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Er hilft im konkreten Moment und ersetzt keine längerfristige Sperre, schon gar nicht diejenige, die OASIS vorsieht. Was den Alltag am Touchscreen besonders macht, ist nicht der Panikbutton selbst, sondern die Tatsache, dass OASIS auch über mobile Sitzungen hinweg abgefragt wird, eine mobile Sitzung also dieselbe Sperre trifft wie eine am Desktop.
Verifikation vor dem ersten Tippen: Vor der vollständigen Verifikation nach § 6a darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spielzeit mit einem Einzahlungslimit von 100 Euro zulassen und keine Auszahlungen vornehmen. Wer unterwegs schnell einzahlt und sofort spielen will, läuft also in diese 72-Stunden-Frist hinein, sobald die Verifikation nicht abgeschlossen ist.
Nur Mittel, die auf den eigenen Namen lauten: § 6b Abs. 4 GlüStV erlaubt Zahlungen ausschließlich von einem Zahlungskonto, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut geführt wird. Deshalb nehmen lizenzierte Anbieter keine Kryptowährungen und keine anonymen Prepaid-Produkte an und auch keine Zahlungen von Konten Dritter.
Wer aus dieser Schutzstruktur fällt, fällt weit: Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen und kennen das 1.000-Euro-Limit nicht. Bei ihnen ist der Schutz nicht reduziert, er fehlt. Details zur Rechtslage dieser Angebote stehen im Abschnitt ## Rechtslage: Was die deutsche Erlaubnis bedeutet und was nicht.
Was diese Regeln am Touchscreen konkret bedeuten: Wer das Konto vor dem ersten mobilen Tipp vollständig verifiziert, vermeidet die 72-Stunden-Falle. Wer vor dem Spielen das Einzahlungslimit im Profil bewusst niedriger als den gesetzlichen Höchstwert setzt, hält mehr Reserve für eine bewusste Entscheidung am nächsten Tag. Und wer den Panikbutton kennt, findet ihn auch in der App und nicht nur auf der Desktop-Seite.
Bedienung auf dem Touchscreen: Wettschein, Cash-out und Livewetten
Eine Sportwetten-App wird nicht am Funktionsumfang gemessen, sondern daran, wie schnell ein Wettschein am Bildschirm sitzt, wenn eine Quote wegfällt. Die zentralen Bedienelemente sind überall ähnlich, aber die Unterschiede zeigen sich an drei Stellen.
Der Wettschein ist die einzige Stelle, an der Zeit wirklich Geld kostet. Bei einer Livewette kann die Quote innerhalb weniger Sekunden fallen oder verschwinden. Ein Wettschein, der Quote, Einsatz und potenzielle Auszahlung in einer sichtbaren Einheit zeigt, spart die Hälfte der Fehler, die ein zweistufiges Modal-Fenster verursacht, in dem Einsatz und Bestätigung getrennt stehen. Was zählt, ist eine erkennbare Schaltfläche, die sich vom Rest des Bildschirms abhebt.
Cash-out ist als Feature keine Selbstverständlichkeit. Bei MERKUR BETS etwa lässt sich der Cashout nach Abgabe der Wette jederzeit nutzen; in der App steht der gelbe Cashout-Button unter „Meine Wetten“. Der Betrag wird aber erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Dieses Detail unterschätzen viele Spieler, weil sie Cash-out als sofortige Auszahlung lesen. Bei bwin ist Cash-out sowohl manuell als auch automatisch verfügbar; bei Sportwetten.de gibt es eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out-Funktion. Welche Variante ein Anbieter anbietet, entscheidet darüber, ob sich eine Livewette überhaupt gegen Kursverluste absichern lässt.
Livewetten unterliegen denselben Regeln wie im Browser. § 21 Abs. 4 GlüStV erlaubt während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf nächste Tore, nächste Sätze oder ähnliche Komponenten in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. „Nächstes Tor“ im Fußball ist erlaubt, „nächster Punkt“ im Tennis und „nächster Korb“ im Basketball sind es nicht. Eine App, die solche Märkte gar nicht erst anzeigt, hält sich an die Regel; eine, sie sie anzeigt, verschiebt das Risiko zum Anbieter.
Der Bet Builder kombiniert mehrere Märkte eines Spiels in einer Wette. bet365 nennt ihn „Wetten-Konfigurator+“, Betano hat ihn ebenfalls, bet-at-home bewirbt ihn im App Store. Wer ihn nutzt, akzeptiert die Kombination: Die Einzelquoten multiplizieren sich, die Auszahlung wächst, aber jeder falsche Baustein killt den gesamten Schein. Bedienung heißt hier: Anbieter zeigt die Gesamtauszahlung live mit, während die Bausteine zusammengeklickt werden.
Livestreams unterscheiden sich am deutlichsten zwischen den Anbietern, nicht in der Verfügbarkeit, sondern in der Zugangsvoraussetzung. Betano schreibt in der App-Beschreibung, Live-Streaming stehe verifizierten Kunden ab einem bestimmten Mindestguthaben zur Verfügung. bet365 überträgt nach eigener Beschreibung jedes Jahr Hunderttausende Veranstaltungen per Livestream. Wer Streams nutzen will, ohne das Mindestguthaben zu erreichen, sieht den Bildschirm dunkel, die Funktion steht ihm faktisch nicht zur Verfügung.
Anmeldung per Face ID oder Touch ID gehört bei Sportwetten.de zum Funktionsumfang, andere setzen auf klassische Logins. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber an öffentlichen Hotspots und auf Reisen ein Unterschied, der Diebstahl und neugierige Blicke trennt.
Wettangebot und Tiefe: Mehr Märkte bedeuten mehr Auswahl, aber auch mehr Verirrung. MERKUR BETS nennt in der App-Beschreibung über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten. ODDSET trägt das Programm der staatlichen Lotteriegesellschaften fort und ist seit Anfang 2023 online sowie in der App verfügbar. Winamax stellt seine App sowohl für Android über Google Play als auch für iOS im App Store bereit. Wettstar wendet sich an Rennbahn-Fans und bietet ein eigenes Angebot für Pferdewetten mit Livestreams und Rennprogramm, Voraussetzung ist ein Konto und das Mindestalter von 18 Jahren.
Was sich auf dem Touchscreen entscheidet: Ein Anbieter mit klar lesbarem Wettschein, sichtbarem Cash-out und einer App, die geschützte Zahlungswege wie PayPal anbietet, ist unterwegs mehr Wert als ein Anbieter mit hundert zusätzlichen Märkten, aber verwirrendem Bestätigungsdialog. Die Auswahl oben listet die Apps, an denen sich diese Kriterien messen lassen.
Vergleich der lizenzierten Android-Apps
Die folgende Übersicht zeigt zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis nach Whitelist-Stand vom 2. Oktober 2026. Die Spalten tragen nur, was die genannten Quellen tragen: Anbieter, Status auf der Whitelist mit Erlaubnisinhaber und Datum der ersten Erlaubnis.
| Anbieter | GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| AdmiralBet | Erlaubt (Greentube Betting Malta Limited) | 09.10.2020 |
| Interwetten | Erlaubt (Interwetten Gaming Limited) | 02.11.2020 |
| Betway | Erlaubt (Betway Limited) | 09.03.2021 |
| MERKUR BETS | Erlaubt (Merkur Bets Malta Limited) | 06.11.2023 |
| bwin | Erlaubt (bwin (Deutschland) Limited) | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Erlaubt (NetX Betting Limited) | 19.11.2020 |
| LeoVegas | Erlaubt (LVSports Limited) | 21.10.2024 |
| 888sport | Erlaubt (888 Germany Limited) | 30.06.2021 |
| bpremium | Erlaubt (Ladbrokes (Deutschland) Limited) | 09.10.2020 |
| NEO.bet | Erlaubt (Greenvest Betting Limited) | 09.10.2020 |
Die Tabelle zeigt den rechtlichen Status und die Erstgenehmigung. Sie sagt nichts über Quoten, App-Bedienung oder Live-Angebot. Dafür kommen die im Abschnitt „Was eine Sportwetten-App auf Android tatsächlich leistet“ behandelten Anbieterabschnitte zum Einsatz, die ebenfalls nur tragen, was die jeweilige App-Beschreibung oder die Whitelist hergeben. AdmiralBet erhielt am 13.12.2022 und 29.07.2024 Folgeerlaubnisse, in der Tabelle erscheint nur das Datum der ersten Erlaubnis.
Was die Spalten nicht zeigen: Die meisten dieser Anbieter führen Folgeerlaubnisse, die Whitelist trägt aber nur die jeweils letzte. Eine Erlaubnis vom 21.10.2024 wie bei LeoVegas bedeutet nicht, dass der Anbieter „gerade erst“ angefangen hat, sondern dass die letzte Erlaubnis in dem Jahr erteilt wurde. Die Obergrenzen und Pflichten aus dem GlüStV gelten für alle gleich.
Was eine Sportwetten-App auf Android tatsächlich leistet
Wer eine App öffnet, sieht zuerst Sportarten und Quoten, nicht das Kleingedruckte. Wer weitertippt, sieht den Wettschein, die Einzahlungsseite, den Login per Face ID. Und wer den Bonus bewertet, sieht erst dann die Zahlen, die der Anbieter in den Umsatzbedingungen versteckt. Dieser Abschnitt führt durch die Mechanik, die sich hinter jeder dieser Berührungen verbirgt.
Quoten und Margin: Jede einzelne Quote trägt einen Anteil dessen, was der Anbieter von jeder Wette einbehält, die sogenannte Marge. Auf dem deutschen Markt sind 5 bis 7 Prozent Marge auf eine 1X2-Wette im Fußball üblich, niedrigere Margen bei großen Events, höhere bei Nischenmärkten. Welche Marge ein Anbieter im Einzelfall nimmt, ist Verhandlungssache zwischen ihm und dem Quotendienstleister und ändert sich laufend. Wer zwischen Anbietern vergleicht, vergleicht also nicht das Produkt, sondern das täglich schwankende Verhältnis zwischen Preis und Gegenleistung.
Wettsteuer: Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 Prozent und ist vom Veranstalter zu entrichten, nicht vom Spieler. Auf den ersten Blick klingt das nach einer Randnotiz, weil der Anbieter sie zahlt. In der Praxis gibt es drei Modelle: Der Anbieter zieht sie vom Einsatz ab, der Anbieter zieht sie vom Gewinn ab, oder der Anbieter trägt sie vollständig selbst. Welches Modell gilt, steht in den AGB des Anbieters. Eine pauschale Aussage „der Anbieter zahlt die Steuer“ wäre falsch. Wer die App wählt, sollte das Modell kennen, weil eine Quote von 2,50 bei einem Anbieter, der die Steuer vom Einsatz abzieht, weniger wert ist als dieselbe Quote bei einem Anbieter, der sie selbst trägt.
Bonus und Umsatzbedingungen: Der GlüStV regelt weder die Höhe noch die Umsatzbedingungen von Boni; sie kommen allein aus den AGB des Anbieters. Was ein „100 %-Bonus“ bedeutet, zeigt erst das Kleingedruckte: Wie oft muss der Bonus umgesetzt werden, welche Mindestquote gilt, welcher Markt ist zugelassen, wie lange ist die Frist, und was passiert mit dem Bonus, wenn eine Wette storniert wird? Wer nur den Bonus-Satz liest, sieht die Werbung und nicht das Produkt.
Cash-out als Vertragsoption: Cash-out ist keine Auszahlung im eigentlichen Sinn, sondern ein Rückkauf des Wettscheins durch den Anbieter zu einem von ihm gestellten Preis. Der Preis liegt in der Regel unter dem fairen Wert, weil der Anbieter eine Spanne mitnimmt. Wer bei MERKUR BETS den gelben Cashout-Button nutzt, sollte wissen, dass der Betrag erst nach Ende aller Spiele des Wettscheins ausgezahlt wird, auch wenn die Anzeige „sofort“ verspricht.
Verifizierung und Auszahlungswege: Spätestens bei der ersten Auszahlung verlangt der Anbieter die Verifikation nach § 6a GlüStV. Personalausweis und Adressnachweis sind Standard, manche Anbieter verlangen zusätzlich eine Video-Identifikation. Eine Auszahlung dauert je nach Zahlungsweg zwischen einem und fünf Werktagen; PayPal ist üblich, ebenso Kreditkarte und Banküberweisung. Wer bei der Registrierung einen falschen Namen verwendet, fällt durch die Verifikation, nicht durch den Algorithmus.
AdmiralBet
AdmiralBet ist auf der Whitelist mit der Greentube Betting Malta Limited als Erlaubnisinhaberin geführt; die erste Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen am 13.12.2022 und 29.07.2024. Die App selbst trägt einen Schwerpunkt auf österreichische Wurzeln und ein Wettprogramm, das Fußball, Tennis und Eishockey stark abdeckt, ohne sich auf einen Nischenmarkt zu spezialisieren.
Spieler, die ein reduziertes Layout mit wenigen Reitern und stabilen Livewetten schätzen, finden in AdmiralBet eine App, die das Mainstream-Programm sauber bedient. Wer einen starken Bet Builder oder ausgedehnte Livestreams sucht, wird bei Wettbewerbern fündig. AdmiralBet bleibt eine solide Wahl im Mainstream, ohne in einer einzelnen Kategorie herauszuragen.
Interwetten
Interwetten gehört zu den Anbietern, die schon vor der GGL-Ära Erfahrung mit dem deutschen Markt hatten, die Erstgenehmigung stammt vom 02.11.2020. Die App „Interwetten: Sportwetten DE“ wird im App Store von der Interwetten Gaming Ltd angeboten; die Beschreibung hebt eine Cash-Out-Funktion sowie Top-Quoten für Live- und Pregame-Wetten hervor.
Wer einen Anbieter mit langer Tradition und einer App sucht, die Livewetten gut sichtbar macht, ist hier richtig. Der Haken liegt in der Detailtiefe: Wer einen ausführlichen Bet Builder oder Streaming in der Breite erwartet, muss Abstriche machen.
Betway
Betway ist seit dem 09.03.2021 lizenziert, Inhaberin auf der Whitelist ist die Betway Limited. Die App „Betway Sports Live Sportwetten“ nennt im App Store als Anbieter die Digital Outsource International Limited mit Sitz in London und wirbt mit einer „Deutschen Lizenz (Whitelist)“; angeboten werden Livewetten und Livestreams.
Für Spieler, die Livestreams als Hauptkriterium wählen, ist Betway ein Kandidat. Die App zeigt Streams nach Verifikation und ab einem bestimmten Kontostand, eine Detailregelung, die manche Konkurrenten offener kommunizieren. Wer ohnehin kein Streaming nutzt, profitiert von der App-Bedienung weniger stark.
MERKUR BETS
MERKUR BETS gehört zur Merkur-Gruppe und erhielt die Sportwetten-Erlaubnis am 06.11.2023, womit es zu den neueren Einträgen auf der Whitelist gehört. Die App nennt über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten, bündelt MERKUR SLOTS in derselben App und setzt auf ein Stations-ähnliches Frontend, das Spielern aus dem stationären Merkur-Geschäft vertraut vorkommt.
Der Cashout ist jederzeit nutzbar, in der App unter „Meine Wetten“ über den gelben Cashout-Button; die Auszahlung erfolgt allerdings erst, wenn alle Spiele des Wettscheins abgerechnet sind. Genau dieser Punkt entscheidet für oder gegen MERKUR BETS, wenn Echtzeit-Auszahlung ein Kriterium ist.
bwin
bwin ist auf der Whitelist seit dem 09.10.2020, Inhaberin ist die bwin (Deutschland) Limited. Die App „bwin – Sportwetten App“ wird im App Store von der bwin.party entertainment Limited angeboten; die Beschreibung nennt Cashout sowohl manuell als auch automatisch, Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost.
Wo bwin heraussticht, ist die Tiefe des Live-Angebots. Spieler, die ihre Wettscheine aktiv gegen Kursverluste absichern wollen, schätzen den automatischen Cashout. Wer eine möglichst schlichte App sucht, empfindet das Feature-Set eher als überladen.
Sportwetten.de
Sportwetten.de ist seit dem 19.11.2020 mit der NetX Betting Limited als Erlaubnisinhaberin gelistet. Die App enthält eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out-Funktion, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und Anmeldung per Face ID. Für das mobile Wettverhalten unterwegs deckt die App damit mehrere Sicherheitsbedürfnisse in einer Installation ab.
Das Besondere an Sportwetten.de ist die Integration von Face ID in die Anmeldung. An öffentlichen Hotspots, im Zug oder auf Reisen reduziert die biometrische Anmeldung das Risiko eines kompromittierten Logins erheblich. Die App hat damit einen klaren Schwerpunkt auf mobile Alltagsnutzer, die nicht nur am heimischen Schreibtisch spielen.
LeoVegas
LeoVegas erhielt die deutsche Sportwetten-Erlaubnis am 21.10.2024 und gehört damit zu den jüngsten Einträgen auf der Whitelist; Inhaberin ist die LVSports Limited. Die Marke war vorher vor allem für Casino-Angebote bekannt, der Schritt in den deutschen Sportwettenmarkt ist vergleichsweise jung.
Für Spieler, die eine moderne, auf Casino-Erfahrung ausgelegte Benutzeroberfläche erwarten, ist LeoVegas eine Wahl. Wer ein tiefes Wettprogramm mit vielen Spezialmärkten sucht, sollte prüfen, ob das aktuelle Angebot bereits die Breite der etablierten Wettbewerber erreicht.
888sport
888sport gehört zur 888-Gruppe, deren Holding die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist; die Aktie ist seit September 2005 an der Londoner Börse notiert. Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 30.06.2021, Inhaberin ist die 888 Germany Limited.
Ein Hauptargument für 888sport ist die Konzernstabilität und die internationale Sichtbarkeit. Für die tägliche App-Nutzung entscheidet der eigene Geschmack: Wer eine etablierte Marke mit globalem Hintergrund schätzt, findet hier ein solides Angebot. Wer einen möglichst lokal wirkenden Anbieter sucht, empfindet 888sport weniger passend.
bpremium
bpremium gehört zur Ladbrokes-Gruppe und wird in Deutschland durch die Ladbrokes (Deutschland) Ltd betrieben, die ihren Sitz in Gzira, Malta hat. Die Erstgenehmigung stammt vom 09.10.2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 21.12.2022 erteilt. Das Markenprofil ist bewusst schlank gehalten.
Spieler, die ein reduziertes Wettprogramm ohne Spielerei bevorzugen, passen zu bpremium. Wer großen Wert auf Streams oder eine breite Zahlungswegen-Auswahl legt, wird bei Anbietern mit größerem Marketing-Apparat eher fündig.
NEO.bet
NEO.bet ist seit dem 09.10.2020 lizenziert, Inhaberin ist die Greenvest Betting Limited. Die App beschreibt sich im App Store als lizenzierter Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz, in der Funktionsbeschreibung sind Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout genannt.
Das Profil richtet sich an Spieler, die ein neues, schlankes Layout dem etablierten Großanbieter vorziehen. Was NEO.bet an Marktbreite fehlt, macht es durch eine konzentrierte Bedienung wett. Wer viele Zahlungsmethoden oder exotische Märkte erwartet, prüft vor der Registrierung das aktuelle Angebot.
Rechtslage: Was die deutsche Erlaubnis bedeutet und was nicht
Eine Sportwetten-App, die in Deutschland genutzt wird, fällt unter den Glücksspielstaatsvertrag 2021, der am 1. Juli 2021 in Kraft trat. Die zuständige Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle an der Saale. Sie erteilt die Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV und beaufsichtigt die Anbieter; Verstöße ahndet sie nach § 28a. Die Steuersache liegt beim Finanzamt.

Die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 ist der einzige Test. Wer wissen will, ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist, schaut auf die Liste; sie trägt den Titel „Übersicht der erlaubten Glücksspielanbieter“ und wird von der GGL geführt. Im Stand vom 02.10.2026 enthält die Whitelist 30 Einträge: 27 Inhaberinnen und Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon auch mit Pferdewetten-Erlaubnis, und drei zusätzliche reine Pferdewetten-Inhaber. Jede Domain auf der Liste ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist nichts.
Die erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre; die Whitelist zeigt aber ausschließlich Ausstellungsdaten, kein Enddatum. Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis genannt wird, nimmt Sportwetten entgegen. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino deckt die Sportwette nicht ab und umgekehrt.
Was darf gewettet werden: § 21 Abs. 1 erlaubt Wetten zu festen Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts sowie auf Vorkommnisse darin, als Einzel- oder Kombiwette; die Liste der erlaubten Wettarten hält § 21 Abs. 5 bereit. Livewetten nach § 21 Abs. 4 sind nur auf den Endausgang oder auf nächste Tore, nächste Sätze und ähnliche Komponenten in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. „Nächstes Tor“ im Fußball geht, „nächster Korb“ im Basketball und „nächster Punkt“ im Tennis gehen nicht. Untersagt sind Wetten auf überwiegend von Minderjährigen oder Amateuren bestrittene Ereignisse (in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurniveau), auf manipulationanfällige Ereignisse sowie auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
E-Sport und virtuelle Sportwetten: Die GGL stellt fest, dass E-Sport nicht als Sport anerkannt ist und E-Sport-Wetten in Deutschland nicht möglich sind; lizenzierte E-Sport-Wetten existieren nicht. Zu virtuellen Sportwetten ist die Lage nicht abschließend geregelt; die Seite schreibt dazu nichts.
Cash-out ist im Gesetz nicht eigens geregelt; die Auszahlung erfolgt nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Einen statutarischen Einsatzhöchstbetrag pro Wette gibt es im Sportwettenrecht nicht.
Spielerschutz nach dem GlüStV: Teilnahme ab 18 Jahren nach § 4 Abs. 3. Pro Anbieter ein Konto mit vollständiger Verifikation nach § 6a; vor der Verifikation höchstens 72 Stunden Spielzeit, 100 Euro Einzahlungslimit und keine Auszahlungen. Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1: 1.000 Euro pro Kalendermonat, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei, Anhebung nur gegen wirtschaftlichen Nachweis. Parallel-Spiel-Verbot nach § 6h, Aktivitätsdatei. OASIS nach §§ 8, 8a: bundesweite Sperrdatei, bei Registrierung und Login abgefragt; eigene Sperre mindestens drei Monate bei Zeitangabe, sonst mindestens ein Jahr. Panikbutton nach § 6i Abs. 3: sofortige 24-Stunden-Sperre. Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen.
Zahlungen nach § 6b Abs. 4: nur von einem Konto, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut geführt wird. Deshalb keine Kryptowährungen und keine anonymen Prepaid-Mittel. Welche konkreten Marken ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen AGB. Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung Auszahlung des Restguthabens innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühr nach § 6b Abs. 6-7.
Wettsteuer nach §§ 16-25 RennwLottG: 5,3 Prozent auf der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, das entspricht rund 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags (5,3 geteilt durch 105,3). Steuerschuldner ist der Veranstalter, nicht der Spieler. Ob und wie der Anbieter die Steuer weitergibt, entscheidet er; der Satz variiert von Anbieter zu Anbieter. Eine Steuer, die ein Anbieter entrichtet, beweist keine Erlaubnis; die Pflicht gilt auch für nicht lizenzierte Anbieter.
Werbung und Bonus: Werben dürfen nach § 5 Abs. 7 nur Erlaubnisinhaber. Das Werbeverbot von 06:00 bis 21:00 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht Sportwetten; für Sportwetten gelten die Regeln nach § 5 Abs. 3 und 6: keine Werbung für eine Wette unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung dieses Ereignisses im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen, Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Der GlüStV enthält keine Klausel, die Sportwetten-Boni in Höhe oder Umsatzbedingungen begrenzt; Beträge, Umsatz und Mindestquoten kommen allein aus den AGB des Anbieters.
Offshore: Wer in Deutschland Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis anbietet, betreibt nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung; die GGL warnt Spielerinnen und Spieler vor illegalen Angeboten und nennt dabei unter anderem Plattformen wie Platincasino.
Strafrechtlich kann die Veranstaltung nach § 284 StGB bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, die Werbung bis zu ein Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monate oder Geldstrafe nach sich ziehen. Strafverfahren gegen einzelne Spielerinnen und Spieler sind nicht etabliert; das ist weder eine Entwarnung noch eine Dramatisierung.
Zivilrechtlich haben deutsche Gerichte in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit solcher Sportwettenverträge entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 Euro Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) es grundsätzlich für möglich gehalten, nicht lizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten. Eine Garantie für eine Erstattung im Einzelfall ist das nicht.
Ehrliche Einordnung der Offshore-Seite: Ohne Erlaubnis kein OASIS, kein LUGAS, keine deutsche Anlaufstelle, dafür potenziell höhere Limits und ein größerer Markt. Lizenzierte Seite: Rechtssicherheit und Spielerschutz, dafür das 1.000-Euro-Standardlimit, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifikation und ausschließlich Zahlungen vom eigenen Konto.
Häufige Fragen
Wo lassen sich Sportwetten-Apps für Android beziehen, und wie wird die Herkunft einer Installationsdatei geprüft?
Lizensierte Anbieter mit deutscher Erlaubnis verteilen ihre Apps über Google Play; die jeweilige APK-Datei stammt direkt vom Entwickler, der auf der Whitelist der GGL steht. Wer eine Installationsdatei aus anderer Quelle lädt, sollte prüfen, ob der Anbieter überhaupt eine deutsche Erlaubnis hat, und im Zweifel die Seite der GGL-Whitelist zum Abgleich nutzen, bevor die Datei ausgeführt wird.
Reicht die Verfügbarkeit im Play Store als Nachweis für eine deutsche Erlaubnis, oder zählt allein die GGL-Whitelist?
Allein die Whitelist zählt. Google prüft für den Play Store eigene Richtlinien, führt aber keine sportrechtliche Erlaubnisprüfung im Sinne des GlüStV durch. Wer wissen will, ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist, schaut auf die Whitelist der GGL; sie ist nach § 9 Abs. 8 GlüStV der einzige Test.
Gelten in der App dieselben Live-Wetten-Regeln wie im Browser?
Ja, denn die App nutzt dasselbe Konto und dieselbe Erlaubnis wie der Browser-Zugang. § 21 Abs. 4 GlüStV erlaubt während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf nächste Tore, nächste Sätze oder ähnliche Komponenten, etwa „nächstes Tor“ im Fußball, aber nicht „nächster Punkt“ im Tennis oder „nächster Korb“ im Basketball.
Wie wirken sich das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € und die Sperrdatei OASIS auf die Nutzung per App aus?
Das Limit wird über LUGAS durchgesetzt und gilt quersummen über alle Anbieter; wer parallel bei mehreren spielt, kann nicht mehr als 1.000 Euro pro Monat einzahlen, sofern keine individuelle Erhöhung gegen Nachweis vorliegt. OASIS wird bei jeder Registrierung und jedem Login abgefragt, eine dort hinterlegte Sperre wirkt auch über die App.
Warum nehmen lizenzierte Anbieter keine Zahlungen von fremden Konten oder in Kryptowährung an?
§ 6b Abs. 4 GlüStV erlaubt nur Zahlungen von einem Konto, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut geführt wird. Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Produkte erfüllen diese Voraussetzungen nicht und werden deshalb von lizenzierten Anbietern abgelehnt.
Wie unterscheidet sich der Umgang mit der Sportwettensteuer von 5,3 % zwischen den Apps verschiedener Anbieter?
Die Steuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 Prozent und ist vom Veranstalter zu zahlen. Ob und wie er sie weitergibt, variiert: Manche Anbieter ziehen sie vom Einsatz ab, manche vom Gewinn, manche tragen sie selbst. Welches Modell gilt, steht in den AGB des Anbieters.
Geschrieben von der Redaktion „Wettgutscheininfo”.
